Vorbericht SV Atlas Delmenhorst: Mit angespannter Personallage in die englische Woche

Wenn Schiedsrichter Simon Rott am morgigen Mittwoch um 16.30 Uhr die Regionalliga Partie zwischen dem SV Atlas Delmenhorst und dem HSC Hannover im Delmenhorster Stadion Düsternort anpfeift, läuten andere gerade den Feierabend ein. So normalerweise auch die Spieler des HSC Hannover. Es verwundert deshalb auch nicht das Trainer Martin Polomka, der einen auch so schon […]

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 Niklas Winkler

 | 06.10.2020,

 23:34

Wenn Schiedsrichter Simon Rott am morgigen Mittwoch um 16.30 Uhr die Regionalliga Partie zwischen dem SV Atlas Delmenhorst und dem HSC Hannover im Delmenhorster Stadion Düsternort anpfeift, läuten andere gerade den Feierabend ein. So normalerweise auch die Spieler des HSC Hannover. Es verwundert deshalb auch nicht das Trainer Martin Polomka, der einen auch so schon kleinen Kader zur Verfügung hat, neben den verletzen auch noch auf weitere Spieler verzichten muss.

„Francis Adomah hat sich gegen Werder Bremen eine leichte Gehirnerschütterung zugezogen und konnte nicht mit der Mannschaft trainieren. Wir werden morgen früh ein paar Tests machen, aber er wird mit ziemlicher Wahrscheinlichkeit ausfallen. Dies gilt auch für Gürkan Öney und Yousef Emghames, welche regenerativ unterwegs sind und noch nicht wieder zur Verfügung stehen. Melvin Zimmermann ist beruflich verhindert, das gleiche betrifft eventuell auch Sascha Algermissen. Das ist halt das schwierige, wenn wir nicht unter Profibedingungen in einer Profiliga unterwegs sind. Da muss man mit leben. Von daher werden wir morgen eine kleine, gute, gemeinschaftliche Gruppe sein, die sich auf den Weg nach Delmenhorst macht“, so HSC-Trainer Martin Polomka zur Personallage vor dem wichtigen Auswärtsspiel in Delmenhorst.

Ausgangslage HSC: Kleiner Kader stellt Herausforderung dar

„Gegen Werder haben wir leidenschaftlich gekämpft, die Jungs haben alles reingeworfen. Man hätte auch ohne Probleme gewinnen können, man hätte ohne Probleme ein Unentschieden, einen Punkt, mitnehmen können. Ich denke jeder hat mittlerweile dieses Tor gesehen und nochmal verarbeitet. Wenn du solche groben, individuellen Fehler machst, in dem Fall sich durch fehlende Kommunikation über den Haufen zu rennen, dann kannst du in der Regionalliga einfach kein Spiel gewinnen, das ist nun mal so. Deswegen hoffe und wünsche ich mir wirklich für uns und vor allem für die Jungs, dass sie morgen einfach eine ganz konzentrierte Leistung abrufen können. Dann ist es auch in Delmenhorst möglich zu Punkten“, fasst Polomka die Geschehnisse vom Wochenende, mit Blick auf das anstehende Spiel zusammen.

Das es mit einer konzentrierten Leistung gegen Werder Bremen möglich ist etwas mitzunehmen, zeigten die Delmenhorster am zweiten Spieltag bei ihrem Gastspiel im Schatten des Weserstadions. Mit einer couragierten Leistung stand im Derby sowohl vorne als auch hinten die Null. Und auch gegen den kommenden HSC-Gegner, BSV Rehden, konnte der SVA einen Punkt mitnehmen. Im Heimspiel vor zehn Tagen trennten sich die blau-gelben mit einem 1:1 von den schwarz-weißen.

Das es auf jeden Fall Punkte gibt, wenn hinten die Null steht ist im Fußball kein Geheimnis, weshalb Polomka gegen Werder Bremen erstmals mit einer Fünferkette Spielen ließ. Dass die aber nicht nur aus seinen Ideen heraus entstanden ist, verrät er ebenfalls. „Ich bin kein Freund davon sich auf ein System festzulegen. Fakt ist, es war ein Wunsch der Mannschaft auf Fünferkette umzustellen. Jeder weiß, dass ich als Trainer gerne ein 4-4-2 Spiele, weil ich es als relativ einfaches, aber auch gutes System sehe. Die beiden Flügel sind doppelt besetzt und du bist vorne mit zwei Spitzen präsent. Aber, es geht darum, dass die Jungs sich auf Platz gut fühlen, dass sie auch da vielleicht mit ein paar Prozent in die Pflicht genommen werden und dass es eine gemeinsame Entscheidung ist. Da breche ich mir als Trainer keinen Zacken aus der Krone, wenn ich dann auch drauf höre. Deswegen haben wir das mit der Fünferkette dann in diesem Spiel getestet und haben jetzt dadurch auch eine Option mehr. Das es dann auch immer so sein wird bezweifle ich. Formationstechnisch hängt es natürlich auch davon ab, was der Gegner macht, worauf wir uns natürlich auch einstellen.“

Ausgangslage Delmenhorst: Wochen der Wahrheit beginnen

Und auch zu seinen Einschätzungen zum Stellenwert der Partie gegen Atlas Delmenhorst äußert sich der Trainer: „Ich glaube, dass das Spiel gegen Delmenhorst das erste ganz, ganz, ganz dicke und große Spiel ist, was diese Abstiegsrunde betrifft, ohne jemanden zu nahe treten zu wollen. Realistisch betrachtet muss man jetzt davon ausgehen, dass beide Teams in diese Abstiegsrunde kommen und die Punkte mitnehmen werden. Von daher hat das jetzt einen ganz anderen Stellenwert als das Bremen-Spiel, weil Werder für mich auf jeden Fall in die Aufstiegsrunde kommen wird und dieses Spiel morgen vielleicht so ein Stück weit Pokalcharakter hat. Man muss, glaube ich, gut stehen und die paar Chancen die man hat, man wird ja in der Regionalliga nie einen Haufen Chancen im Spiel kriegen, weshalb man halt gnadenlos effektiv sein muss, nutzen. Aber ganz klar wird dieses Spiel morgen bestimmt sein durch die Grundordnung und sich aus dieser Torchancen zu kreieren.“

Bleibenden Eindruck hat auch die Physis des Gegners, den Martin Polomka bereits zweimal live gesehen hat, hinterlassen: „Ich habe Atlas Delmenhorst gegen die U23 von Hannover 96 und gegen Borussia Hildesheim gesehen. Sie haben eine Mannschaft die richtig Spaß macht, mit einem coolen Teamspirit. Aus meiner Sicht hat Atlas die körperlich stärkste Truppe. Es ist eine sehr unbequeme Mannschaft, die sich sicherlich auch noch finden muss, sich aber mit Spielern aus der dritten Liga und der Regionalliga verstärkt hat und eine enorme Qualität besitzt. Auch deshalb sind sie vom Papier her sicherlich der Favorit. Ich freue mich aber auf das Spiel und auch auf die Zuschauer, die im Rahmen der Möglichkeiten dabei sein werden. Gerade die geben Delmenhorst immer einen besonderen Touch, den ich persönlich richtig cool finde.“

Spielinfos

Anstoß: 16.30 Uhr in Delmenhorst – circa 1,5 Stunden Autofahrt von Hannover entfernt.

Tickets: Es gibt eine Tageskasse vor Ort. Bis zu 1000 Zuschauer können die Partie live verfolgen. Auch der kurzfristige Erwerb von Tickets ist möglich. Weitere Informationen auf der Website des SV Atlas Delmenhorst unter www.svatlas.de.

Schiedsrichtergespann: Simon Rott (SR), Christopher de Vries (SRA 1), Sebastian Schiller (SRA 2)

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