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Der HSC ist 125 geworden!

Es ist jetzt bereits ein wenig mehr als 125 Jahre her, dass sich zu Pfingsten 1893 ein paar junge Männer in der Gastwirtschaft Rosenow trafen, um einen Arbeiterturnverein ins Leben zu rufen, die Freien Turnerschaft List. Ungeachtet des damals vorhandenen Misstrauens des Staates gegen Sportvereine und trotz der Repressalien durch die Polizei wurde schon 1897 […]

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 Norbert Jungclaus

 | 10.09.2018,

 15:36

Es ist jetzt bereits ein wenig mehr als 125 Jahre her, dass sich zu Pfingsten 1893 ein paar junge Männer in der Gastwirtschaft Rosenow trafen, um einen Arbeiterturnverein ins Leben zu rufen, die Freien Turnerschaft List.

Ungeachtet des damals vorhandenen Misstrauens des Staates gegen Sportvereine und trotz der Repressalien durch die Polizei wurde schon 1897 ein eigenes Heim an der heutigen Tannenbergallee errichtet, ein Bauer aus der List stellte Gelände und Geld zur Verfügung. Die Freie Turnerschaft List schloss sich in der Folge mit allen in Hannover ansässigen Arbeiterturnvereinen zur Freien Turnerschaft Hannover zusammen, die in allen Stadtteilen Abteilungen unterhielt. Die Abteilung List war besonders aktiv und gründete 1910 eine Fußball- und eine Frauenabteilung.

Im Verlauf des ersten Weltkriegs wurden die sportlichen Aktivitäten immer mehr eingeschränkt, so dass sie 1917 gänzlich zum Erliegen kamen. Nach Beendigung des Krieges begleiteten große Schwierigkeiten den Wiederaufbau des Vereins. So musste die gerade übernommene alte Radrennbahn (Vier Grenzen) wieder geräumt werden, jedoch wurde ein anderes Gelände am Gasometer zur Verfügung gestellt. Der Bau eines Sportheims und alle anderen Bemühungen konnten nicht verhindern, dass das NS-Regime den Verein auflöste, nachdem Geräte gestohlen und der Platz enteignet wurde. Arbeitersportvereine wurden generell verboten. Die Mitglieder schlossen sich in großer Zahl den Vereinen Germania und der Spielvereinigung von 1897 an, die nicht zu den Arbeitersportvereinen zählten, und diese Spielvereinigung wurde dann zum zweiten Gründungsverein des heutigen HSC.

Die Spielvereinigung von 1897 entstand, als am 1. September 1897 eine Gruppe junger Männer im Restaurant Vietz, in der Steinriede, den Fußsportverein von 1897 gründete, den Vorläufer der Spielvereinigung von 1897. Der Sport wurde seinerzeit gemeinsam mit Hannover 96, dem Hannoverschen Football-Club, Kleeblatt, u. a. auf der Bult betrieben. Erst 1910 konnte ein eigener Sportplatz an der Podbielskistraße errichtet werden, was zum sportlichen Aufschwung beitrug, denn schon im selben Jahr errang die Rugby-Mannschaft die deutsche und noch sieben Mal die norddeutsche Meisterschaft. Aber auch für diesen Verein bedeutete der erste Weltkrieg das Ende des Sportbetriebs.

Nach Kriegsende 1918 gingen die heimgekehrten Sportler mit viel Idealismus an die Wiederbelebung der Sportbewegung. Hierzu erfolgten weitere Vereinszusammenschlüsse. Die 97er gingen mit dem Verein für Rasenspiele, der selbst aus Germania und dem Sportclub von 1902 entstanden war, eine sportliche Verbindung ein, man gab sich den Namen Hannoverscher Sportclub von 1897, dem heutigen Namen schon sehr ähnlich.

Der Sportclub von 1902 brachte die Ligazugehörigkeit im Fußball mit in die neue Gemeinschaft, es begann eine Zeit großer Erfolge. Dreimal hintereinander (1924 bis 1926) wurde der Pokal des Südbezirks im Norddeutschen Fußballverband — und damit endgültig — gewonnen. Geschlagen wurden Mannschaften von Arminia, Hannover 96 und Eintracht Braunschweig. In der Serie 1925/26 wurde ungeschlagen die Staffelmeisterschaft errungen und damit die Teilnahme an den Spielen um die Norddeutsche Meisterschaft. Gegner waren hier u. a. der HSV, Holstein Kiel, Altona 93 und Arminia Hannover.

Nachdem im Jahr 1927 der HK Elite und ein Jahr später der Verein Sport Rot-Weiß zum HSC stießen, wurde der Vereinsname in Spielvereinigung von 1897 geändert. Wechselnde Erfolge brachten Abstieg und Wiederaufstieg in die höchste norddeutsche Spielklasse und dann den Abstieg bis in die Bezirksklasse (damaliger Prägung).

Ein weiterer großer Bruch im Sportbetrieb nahte schon bald: der Ausbruch des Zweiten Weltkriegs. Er behinderte die sportliche Entwicklung nachhaltig, als die Aktiven sukzessive eingezogen wurden und Anfang 1945 musste der Sportbetrieb völlig eingestellt werden.

Doch schon im November 1945 setzten sich ein paar „unverbesserliche“ Sportkameraden in der damaligen Waldburg zusammen und schmiedeten Pläne, die Mitglieder der Spielvereinigung von 1897 wieder zusammenzurufen. Hiervon hörten auch Sportfreunde von der ehemaligen, zwischenzeitlich verbotenen Freien Turnerschaft, woraufhin beschlossen wurde, die Vereine zu fusionieren unter den ab dem 15. Januar 1946 gültigen und noch heute bestehenden Namen: Hannoverscher Sport-Club
von 1893 e.V.

Parallel dazu brachte die ehemalige Freie Turnerschaft ihren Sportplatz an der Constantinstraße in die frische „Ehe“ ein – somit hatte der HSC bis heute seinen Stammsitz gefunden! Die Anlage mit aktuell drei Rasen- und einem Kunstrasenplatz sowie diversen Tennisplätzen einem Beachfeld und einem Boule-Dome braucht sicherlich keinen Vergleich mit anderen Sportanlagen in der Region zu scheuen. Auch die frisch renovierte Clubgaststätte mit der großen Terrasse ist gerade an lauschigen Sommerabenden einen Besuch wert, um dort bei einem Getränk einen Sonnenuntergang in der Großstadt genießen zu können.

Heute ist der HSC mit seinen aktuell rund 1.600 Mitgliedern einer der größeren Sportvereine in der Landeshauptstadt und gerade in der List nicht wegzudenken. In elf Sparten können die Mitglieder sowohl auf den Sportplätzen des HSC als auch in diversen Hallen und im und auf dem Wasser ihren sportlichen Betätigungen nachgehen. Für jede Altersklasse wird die entsprechende sportlich Betätigungsmöglichkeit angeboten, sodass von Kinderturnen bis zum Senioren-Mobilisationssport und Koronarsport für jeden etwas dabei sein sollte im HSC!

Jüngster und noch kleinster Spross der HSC-Familie ist Triathlon mit genau fünf Mitgliedern.

„Etwas anders“ stellt sich dagegen die Situation im Fußball dar – mit über 500 Mitgliedern – verteilt über alle Altersklassen im weiblichen wie auch im männlichen Bereich – die größte Sparte im Verein. Hier stößt der Verein teilweise an seine Grenzen in Form von ausreichend vorhandenen Trainern und Betreuern aber auch Spielfeldern und Umkleidemöglichkeiten.

Ebenso wie beim Fußball können auch in der Handballsparte alle von jung bis alt – von den Minis bis zu den Handball-Ladies bzw. Alten Herren ihren Ballsport mit den etwas kleineren Ball nachgehen, wobei im Sommer unser Beachfeld für eine gern wahrgenommene Abwechslung im Freien – weg vom Sport in der Halle sorgt.

Platz- und Betreuungsprobleme gibt es dagegen nicht in der für Hannoveraner Sportvereine sicherlich außergewöhnlichen Sparte des Segelns, denn das typische und normale Trainingsterrain zweimal im Jahr ist gewöhnlich die Ostsee, wobei die letzten beiden Jahre jeweils das Kapverdische Insel-Archipel zur Saisoneröffnung im Februar besegelt wurde – ein auch heute noch nicht ganz gewöhnliches Ziel!

Ein breites Spektrum an Betätigungsmöglichkeiten für Jung und Alt bietet die Fitness & Gesundheits-Sparte des HSC: Angefangen mit Mutter-Kind-Turnen und Kinderturnen für die Jüngsten, können die älteren Semester ihre sportliche Karriere aktiv bspw. beim Mobilisationstraining ausklingen lassen.

Ähnlich verhält es sich mit unseren Boule- und Petanque-Spielern, wo sich auch sämtliche Altersklassen vielleicht etwas entspannt auf unseren schönen Boule-Dome dreimal die Woche betätigen können.

Über Verstärkungen würden sich unsere Tischtennisspieler, die derzeit in vier Team spielen und in der Halle der Brüder-Grimm-Schule trainieren, sehr freuen, da grundsätzlich anscheinend – nicht nur im HSC – die Hochzeit dieses schnellen und anspruchsvollen Sports vorbei zu sein scheint. Aber neben der sportlichen Aktivität wird auch gerade in dieser Sparte das miteinander auch jenseits der Tischtennis-Platten sehr groß geschrieben, sodass Neuzugänge eigentlich keine Eingewöhnungsprobleme in diesen Teams haben sollten und jederzeit herzlich willkommen sind!

Ein eingeschworener „Haufen“., der sich auch über nominelle Verstärkungen freut, ist unser kleiner überschaubarer Kreis an Volleyballspielern. Ebenso wie unsere Handballer nehmen auch sie gern im Sommer das Angebot wahr, unser Beachfeld zu frequentieren.

Hübsch mit neuen tiefgrünen Blenden haben unsere Tennisspieler unsere Tennisfelder hergerichtet, die nun noch mehr zur Frequentierung einladen. Auch hier wird quer durch die Bank über alle Alters- und Leistungsklassen hinweg der Ball über das Netz geschmettert.

So ist man auch im 126. Jahr seines Bestehens beim HSC nicht müde, weiterhin Pläne zur Verbesserung seiner Infrastruktur zu schmieden: Es ist angedacht, das Vereinsgebäude barrierefrei zu gestalten, des Weiteren wird noch in diesem Jahr die Flutlichtanlage auf zeitgemäße LED-Technik umgestellt. Da die Haltwertzeit unseres Kunstrasenplatzes sich auch langsam ihrem Ende nähert, werden bereits Szenarien durchgespielt, eine möglichst optimale Lösung diesbezüglich für den Verein zu erzielen. Falls dann noch zu viele geistige Ressourcen vorhanden sein sollten, könnte von einer eigenen Halle auf dem Vereinsgelände geträumt werden.  Wie man sieht wird es auch beim HSC in den nächsten 125 Jahren sicherlich nicht langweilig werden!

 

 

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