4:2 in Hildesheim – Höchster Regionalligasieg der Vereinsgeschichte

Auswärts läuft es für den HSC Hannover. Nachdem man die ersten beiden Spiele, 0:1 in Oldenburg und 2:3 gegen VfL Wolfsburg II, denkbar knapp mit einem Tor unterschied verlor, konnte die Elf von der Constantinstraße in den letzten beiden Auswärtsspielen sechs Punkte gegen direkte Konkurrenten um den Klassenerhalt einfahren. Frühes Tor weist den Weg Auf […]

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 Niklas Winkler

 | 19.10.2020,

 22:02

Auswärts läuft es für den HSC Hannover. Nachdem man die ersten beiden Spiele, 0:1 in Oldenburg und 2:3 gegen VfL Wolfsburg II, denkbar knapp mit einem Tor unterschied verlor, konnte die Elf von der Constantinstraße in den letzten beiden Auswärtsspielen sechs Punkte gegen direkte Konkurrenten um den Klassenerhalt einfahren.

Frühes Tor weist den Weg

Auf einem tiefen Platz nimmt das Spiel der beiden abstiegsbedrohten Tabellennachbarn schnell Fahrt auf. In der siebten Spielminute bringt HSC-Kapitän Niklas Kiene einen Freistoß aus dem linken Halbfeld vor das Tor der Hildesheimer. Diese können den Ball zunächst klären, doch Jovan Hoffart kann den Befreiungsschlag unterbinden, so dass Igor Antunovic den Ball in den freien Raum auf Martin Wiederhold spielen kann, welcher den Ball mit einem flachen Linksschuss ins lange Eck befördert. Die Antwort der Hausherren lässt allerdings nicht lange auf sich warten. Nach einem Fehlpass von Ebrahim Farahnak schalten die Gastgeber schnell um und kontern über die rechte Außenbahn. Die Hereingabe von Yannik Schulze findet in der Mitte Thomas Sonntag der HSC-Keeper Sascha Algermissen zum 1:1 (13.) überwindet. Infolgedessen entwickelt sich ein offener Schlagabtausch mit Chancen auf beiden Seiten, jedoch einem leichten Plus auf Hildesheimer Seite, den HSC-Trainer Martin Polomka wie folgt zusammenfasst: „Die erste Halbzeit war Hildesheim optisch überlegen und sie hatten auch mehr Ballbesitz. Es gab auch einige Abseitsszenen, wo wir Glück hatten, dass es nicht weiterläuft. Trotzdem haben wir durch Wiederhold, mit Ibekwe links, Antunovic rechts, eine drei gegen eins-Situation, wo wir aufs Tor zulaufen. Das ist auch eine hundertprozentige Chance. Und dann haben wir den Freistoß von Erik Henschel kurz vor Ende der ersten Halbzeit, der vom Torwart überragend aus dem Winkel gekratzt wird. Das waren auch nochmal zwei ganz dicke Chancen. Von daher würde ich, wenn ich es mir im Detail betrachte, ein leichtes Chancenplus für Hildesheim zugestehen, aber jetzt kein klares Chancenverhältnis, weil wir auch nochmal gute Chancen hatten.“

In zwölf Minuten alles klar gemacht

Zur zweiten Halbzeit kommt eine kämpferisch gut aufgelegte HSC-Mannschaft aus der Kabine, die die VfV-Elf zusehends unter Druck setzt. Das Toreschießen eröffnet dann in der 64. Spielminute Flügelflitzer Jovan Hoffart. Farahnak macht mit einer Balleroberung seinen Fehler aus der ersten Halbzeit wett und legt den Ball auf Niklas Kiene, welcher Hoffart auf die Reise schickt. Dieser startet seinen Sololauf von der Mittellinie und schließt von der Strafraumkante flach ins linke Eck zum 1:2 (64.) ab. Zehn Minuten später ist es ein Freistoß der Hildesheimer, der ihnen prompt um die Ohren fliegt. Den lang aus dem Strafraum geschlagenen Ball nimmt der eingewechselte Ilyas Bircan an. Er überrennt die Hildesheimer Hintermannschaft und kann nur noch durch ein Foul im Strafraum gestoppt werden. Den fälligen Strafstoß verwandelt abermals Kapitän Kiene (74.), der somit zum Toptorschützen der Regionalliga Nord avanciert. Wiederrum nur zwei Minuten später ist es Jovan Hoffart, der Christopher Schultz, der nur 30 Sekunden zuvor für den unauffälligen Marvin Ibekwe ins Spiel kam, auf der linken Seite steil schickt. Schultz behält die Übersicht und spielt den Ball auf den in der Mitte mitgelaufenen Ilyas Bircan, der mit dem 1:4 (76.) seinen ersten Saisontreffer erzielt. „Hildesheim passiert das, was sonst uns passiert. Sie verlieren den Faden. Wir haben es geschafft das auszunutzen und die Fehler zu bestrafen, sowas ist uns zuvor noch nie gelungen. Es war eine riesen Erleichterung, das hat man an der Körpersprache der Jungs gesehen. Das ist natürlich enorm wichtig fürs Selbstvertrauen, uns ist eine große Last von den Schultern gefallen“, resümierte Hauptübungsleiter Polomka auf der Pressekonferenz nach dem Spiel.

Hildesheimer Schlussoffensive mit blauem Auge überstanden

Dass es nicht nur für den HSC um extrem wichtige Punkte im Hinblick auf die Abstiegsrunde geht, merkte man bei der Elf von Hildesheim-Trainer Benjamin Duda in den letzten zehn Minuten der Partie. Nach einem Foulspiel von HSC Innenverteidiger Francis Adomah, 25 Meter vor dem eigenen Tor, zirkelte Dominik Franke den Ball an der Mauer vorbei ins untere rechte Eck zum 2:4 (83.). Im direkten Gegenzug wurde HSC-Stürmer Chris Schultz vom Anstoß weg durch Martin Wiederhold tief geschickt und brachte den Ball am Hildesheimer Schlussmann vorbei, dieser konnte jedoch vorm Überschreiten der Torlinie durch einen Verteidiger geklärt werden. Da der Deckel nicht durch einen fünften Treffer drauf gemacht wurde, warfen die Borussen nochmal alles nach vorne und setzten sich am HSC-Strafraum fest, allerdings ohne etwas Zählbares mitzunehmen, sodass das Spiel am Ende nicht unverdient mit 4:2 an die Landeshauptstädter ging. „Das eine Mannschaft nach dem Anschlusstreffer nochmal eine zweite Luft bekommt ist im Fußball ganz normal. Wir haben aber gut dagegengehalten, sicherlich auch ein bisschen Glück gehabt, und den Sieg verteidigt.

Wir haben als Mannschaft mit viel Herz und Leidenschaft gekämpft. Wir haben im Umschalten sehr, sehr gute Aktionen gehabt, wir haben auch noch gute Torschussmöglichkeiten gehabt. Es ist klar, dass man nicht immer jede hundertprozentige Chance nutzt, es hätte aber auch ohne Probleme sechs oder sieben zu zwei ausgehen können“, so der Trainer, der aber auch noch verbesserungsbedarf sieht. „Bei den Gegentoren müssen wir stabiler werden. Im Spiel nach vorne sah das schon gut aus, aber das ist auch eine gesamtmannschaftstaktische Sache, dass wir dann kompakter gegen den Ball arbeiten müssen.“

„Müssen genau überlegen, wie wir in die englische Woche gehen“

Im Hinblick auf die kommenden Wochen fasst Chefcoach Martin Polomka die Situation wie folgt zusammen: „Wir haben jetzt 6 Punkte und wenn man intern für uns rechnet, was wir tun, das heißt welche Mannschaften unserer Meinung nach mit in diese Abstiegsrunde kommen werden, dann haben wir jetzt gegen Delmenhorst und Hildesheim gepunktet. Und ohne jemanden nahe treten zu wollen, ist die Wahrscheinlichkeit groß, dass diese beiden Teams in die Abstiegsrunde kommen werden. Von daher sind das wichtige Punkte und wir schauen nach vorne. Wir haben jetzt ein Spiel gegen den TSV Havelse, die werden mit ziemlicher Sicherheit in die Aufstiegsrunde kommen, das heißt die Punkte, wenn wir sie dann holen werden am Wochenende, die werden dann wahrscheinlich weg sein. Daher geht es dann natürlich auch jetzt genau zu überlegen, wie wir in diese englische Woche gehen, weil wir den Mittwoch darauf das Pokalspiel in Hildesheim haben und dann darauf am Wochenende wieder ein wichtiges Spiel gegen Oberneuland, bei denen die Wahrscheinlichkeit auch hoch sein wird, dass sie mit in die Abstiegsrunde kommen. Von daher müssen wir die Woche jetzt taktieren, werden auch rotieren. Das ist bei dem kleinen Kader, den wir leider haben zwingend erforderlich, da wir innerhalb von sieben Tagen drei Spiele haben. Da müssen wir gut rotieren und werden dann natürlich auch gucken, inwieweit wir welches Spiel dann bewerten. Fakt ist aber auch, wir brauchen alle Spieler und wir wollen uns dann auch sehr, sehr viel Selbstvertrauen holen, weiter an uns arbeiten und gehen jetzt erstmal in die Woche rein um uns auf das Spiel in Havelse vorzubereiten und werden dann gucken wie wir dann das Pokalspiel als nächstes bestreiten und dann natürlich das enorm wichtige Spiel gegen Oberneuland.“

Aufstellung: Algermissen – Öney, Adomah, Ngongang, Henschel – Farahnak, Kiene (90. Rada) – Ibekwe (76. Schultz), Antunovic (65. Bircan), Hoffart (81. Bartels) – Wiederhold

Zuschauer: 500

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