Hannoverscher Sport Club

Geschichte

1OO Jahre Hannoverscher Sport-Club von 1893 e.V. (1. Teil der HSC-Chronik)

 
Wie viele andere Sportvereine entstand auch der heutige HSC aus einer Fusion, in diesem Fall durch den Zusammenschluss der Freie Turnerschaft List und der Spielvereinigung von 1897.

Pfingsten 1893 trafen sich in der damaligen Gastwirtschaft Rosenow in der Waldstraße eine Gruppe junger Männer, die beschlossen, einen Arbeiterturnverein ins Leben zu rufen: die Freie Turnerschaft List.
Ungeachtet des damals vorhandenen Misstrauens des Staates gegen Sportvereine und trotz der Repressalien durch die Polizei wurde schon 1897 ein eigenes Heim an der heutigen Tannenbergallee errichtet, ein Bauer aus der List stellte Gelände und Geld zur Verfügung. Die Freie Turnerschaft List schloss sich in der Folge mit allen in Hannover ansässigen Arbeiterturnvereinen zur Freien Turnerschaft Hannover zusammen, die in allen Stadtteilen Abteilungen unterhielt. Die Abteilung List war besonders aktiv und gründete 1910 eine Fußball- und eine Frauenabteilung.

Im Verlauf des erste Weltkriegs wurden die sportlichen Aktivitäten immer mehr eingeschränkt, so dass sie 1917 gänzlich zum Erliegen kamen. Nach Beendigung des Krieges begleiteten große Schwierigkeiten den Wiederaufbau des Vereins. So musste die gerade übernommene alte Radrennbahn (Vier Grenzen) wieder geräumt werden, jedoch wurde ein anderes Gelände am Gasometer zur Verfügung gestellt. Der Bau eines Sportheims und alle anderen Bemühungen konnten nicht verhindern, dass das NS-Regime den Verein auflöste, nachdem Geräte gestohlen und der Platz enteignet wurde. Arbeitersportvereine wurden generell verboten. Die Mitglieder schlossen sich in großer Zahl den Vereinen Germania und der Spielvereinigung von 1897 an, die nicht zu den Arbeitersportvereinen zählten, und diese Spielvereinigung wurde zum zweiten Gründungsverein des heutigen HSC, wie schon in der ersten Zeile der Chronik erwähnt.

Er entstand, als am 1. September 1897 eine Gruppe junger Männer im Restaurant Vietz, in der Steinriede, den Fußsportverein von 1897 gründete, den Vorläufer der Spielvereinigung von 1897. Der Sport wurde seinerzeit gemeinsam mit Hannover 96, dem Hannoverschen Football-Club, Kleeblatt, u. a. auf der Bult betrieben. Auch Karl Horre, der spätere langjährige Vorsitzende und Ehrenvorsitzende unseres Vereins, war Mitglied der 97er und feierte Erfolge als Leichtathlet. Erst 1910 konnte ein eigener Sportplatz an der Podbielskistraße errichtet werden, was zum sportlichen Aufschwung beitrug, denn schon im selben Jahr errang die Rugby-Mannschaft die deutsche und noch sieben Mal die norddeutsche Meisterschaft. Aber auch für diesen Verein bedeutete der erste Weltkrieg das Ende des Sportbetriebs.

Nach Kriegsende 1918 gingen die heimgekehrten Sportler mit viel Idealismus an die Wiederbelebung der Sportbewegung. Hierzu erfolgten weitere Vereinszusammenschlüsse. Die 97er gingen mit dem Verein für Rasenspiele, der selbst aus Germania und dem Sportclub von 1902 entstanden war, eine sportliche Verbindung ein, man gab sich den Namen Hannoverscher Sportclub von 1897, dem heutigen Namen schon sehr ähnlich. Der erste Vorsitzende war Wilhelm Blanke. Aber auch Männer wie Kropp, Horre, Heuer, Peck, Klingebiel, Ohlendorf, Heintzmann und Köhler machten seinerzeit von sich reden.
Der Sportclub von 1902 brachte die Ligazugehörigkeit im Fußball mit in die neue Gemeinschaft, es begann eine Zeit großer Erfolge. Dreimal hintereinander (1924 bis 1926) wurde der Pokal des Südbezirks im Norddeutschen Fußballverband — und damit endgültig — gewonnen. Geschlagen wurden Mannschaften von Arminia, Hannover 96 und Eintracht Braunschweig. In der Serie 1925/26 wurde ungeschlagen die Staffelmeisterschaft errungen und damit die Teilnahme an den Spielen um die Norddeutsche Meisterschaft. Gegner waren hier u. a. der HSV, Holstein Kiel, Altona 93 und Arminia Hannover.

Nachdem im Jahr 1927 der HK Elite und ein Jahr später der Verein Sport Rot-Weiß zum HSC stießen, wurde der Vereinsname in Spielvereinigung von 1897 geändert. Wechselnde Erfolge brachten Abstieg und Wiederaufstieg in die höchste norddeutsche Spielklasse und dann den Abstieg bis in die Bezirksklasse (damaliger Prägung).

Ein weiterer großer Bruch im Sportbetrieb nahte schon bald: der Ausbruch des Zweiten Weltkriegs. Er behinderte die sportliche Entwicklung nachhaltig, als die Aktiven sukzessive eingezogen wurden und Anfang 1945 musste der Sportbetrieb völlig eingestellt werden.

Doch schon im November 1945 setzten sich die Sportkameraden Horre, Borgmann und Klages in der Waldburg zusammen und schmiedeten Pläne, die Mitglieder der Spielvereinigung von 1897 wieder zusammenzurufen. Hiervon hörten die Sportfreunde Thies und Ringling von der ehemaligen, zwischenzeitlich verbotenen, Freien Turnerschaft. Man besprach den Zusammenschluss der Vereine und gab sich am 15. Januar 1946 den heute noch bestehenden Namen: Hannoverscher Sport-Club v. 1893 e.V. Die Gründungsversammlung wählte folgenden Vorstand:

1. Vorsitzender Ewald Borgmann
2. Vorsitzender Adolf Strüwer
Kassenwart Carl Schröter
Schriftführer Hans Schmidt
Technischer Leiter Karl Horre
Beisitzer Wilhelm Thies, Willi Giesecke
Fußballobmann Fritz Klages
Handballobmann Hermann Ringling
Jugendleiter W.W.Müller

Wir können uns heute kaum noch vorstellen, mit welchen Schwierigkeiten damals gekämpft wurde: Verhandlungen mit der Besatzungsmacht über eine Genehmigung für die Herrichtung eines Sportplatzes waren erforderlich. Der von der ehemaligen Freien Turnerschaft in die Neugründung eingebrachte Platz war mit Schutt übersäht. Unzählige freiwillige Aufräumstunden waren erforderlich um die Sportanlage zu gestalten, doch schon 1947 errichteten Mitglieder ein eigenes Clubhaus. Der Hannoversche Sport-Club hatte seinen Stammsitz an der Constantinstraße gefunden, und nach weiteren Jahren des Aufbaus weihte er den Sportplatz am 5. August 1950 mit einem Fußballspiel gegen den Dritten der Deutschen Meisterschaft, Preußen Dellbrück, ein. Ein Traum fußballbegeisterter Mitglieder war in Erfüllung gegangen. Der Verein freute sich über viele Neumitglieder, am meisten über den Beitritt zahlreicher Jugendlicher. Bald war der einzige Sportplatz völlig überlastet.

Man bemühte sich um Sportplätze nördlich der Constantinstraße und in einem erfolgreichen Rechtsstreit in den Jahren 1953/54 wurde dem Verein das Recht zur Nutzung des B- und C-Platzes zugesprochen. Der HSC war der einzige Sportverein in Hannover, dessen neue Anlage durch eine Verkehrsstraße, die Constantinstraße, getrennt wurde.

Der wachsende Mitgliederbestand ließ auch das Clubhaus zu klein erscheinen, der Vorstand um Ewald Borgmann träumte von einem größeren Haus mit geräumigen Umkleidekabinen und einer repräsentativen Gaststätte. Was zuerst als Utopie belächelt wurde, setzte der Vorstand nach Jahren um. Das neue Clubhaus sollte auf der nördlichen Platzhälfte entstehen und allen Unkenrufen zum Trotz legte man am 7. Mai 1962 den Grundstein. Neben den in Hannover erscheinenden aktuellen Tageszeitungen versenkte man auch eine Urkunde mit folgendem Text:

Urkunde
über die Grundsteinlegung zum Clubheim des Hannoverschen Sport-Club von 1893 e. V.
Am heutigen Tage, am 7. Mai 1962, um 17.00 Uhr, legen wir den Grundstein zu unserem neuen Clubheim. Wir haben es vor drei Jahren schon geplant, konnten aber erst jetzt zur Verwirklichung unseres Vorhabens kommen, nachdem die Finanzierung durch die Stadt Hannover, den Kreissportbund Hannover und den Regierungspräsidenten von Hannover sichergestellt ist. Aber auch der HSC bringt dafür einen Betrag von 70 000 bis 80 000 DM auf.
Unser Verein besteht zur Zeit aus fast 900 Mitgliedern und weist rd. 40 Mannschaften in der Fußball- und Handballabteilung, einschließlich der Jugendmannschaften, auf. Auch die Leichtathletik wird bei uns in zunehmendem Maße betrieben. Die erste Fußballmannschaft spielt in der Amateur-Oberliga, der zweithöchsten Klasse, die es im norddeutschen Raum gibt. Die erste Herren-Handballmannschaft und die erste Damen-Handballmannschaft spielen in der Bezirksklasse.

Wir bauen dieses Clubheim für unsere Jugend. Es soll den Spielern die Möglichkeit des Umkleidens in schönen und sauberen Räumen geben, aber nicht zuletzt in den Clubräumen das gesellschaftliche Leben, das bei uns besonders ausgeprägt ist, fördern. Unser Ziel ist es, Ende des Jahres dieses Haus einzuweihen. Unser Wunsch aber, dass es durch viele Jahrzehnte den vorgesehenen Zwecken dient, dass es aber auch mit dazu beiträgt, den guten Ruf und das hohe Ansehen unseres Vereins zu erhalten. Möge es aber auch immer in eine Zeit gestellt sein, die Frieden und Freiheit sowohl für den einzelnen als auch für das gesamte Volk gewährleistet.

An der heutigen Grundsteinlegung nehmen Vorstand und Ausschüsse teil, aber auch viele Mitglieder haben sich eingefunden. Wir haben dieser Urkunde Ausgaben von Zeitungen unserer Stadt beigefügte, die über dieses Clubheim in Wort und Bild berichten, beigegeben aber auch die letzte Ausgabe unserer HSC-Mitteilungen aus dem April 1962.
Hannover, den 7. Mai 1962 Hannoverscher Sport-Club von 1893 e. V.
Der Vorstand

Mit den Worten Schopenhauers, der sagte: „Man muss ein Werk täglich unter den Händen wachsen und seine Vollendung erreichen sehen, dann beglückt es unmittelbar", traf Ewald Borgmann bei der Einweihung des Clubhauses am 14. Juni 1963 die Stimmung aller, die an dem Bau des Hauses mitgewirkt hatten. Er dankte insbesondere dem Regierungspräsidenten von Hannover, der Stadtverwaltung, dem Kreissportbund Hannover, aber auch der Continental Gummi-Werke AG, Pelikan-Werke Günther Wagner, H. Bahlsen Keksfabrik KG und Caltex Deutschland GmbH. Das neue Clubhaus führte maßgeblich zu einem weiteren Mitgliederboom und es wurde schon bald zum Mittelpunkt des Vereinslebens.

Zwanzig Jahre lang war Ewald Borgmann Vordenker und Motor des Vereins, den er nach seinen Vorstellungen formte. Im April 1966 gab er den Vorsitz auf und empfahl der Hauptversammlung, Hans Schmidt, Mitglied des Vorstands seit 1946, zum neuen Vereinschef und Horst Bunge zu dessen Stellvertreter zu wählen. Einstimmig folgte die Versammlung diesem Vorschlag und wählte darüber hinaus Ewald Borgmann zum Ehrenvorsitzenden.

Mit der Wahl des neuen Vorsitzenden wurde zwar ein neues Kapitel der Vereinsgeschichte aufgeschlagen, aber die Ziele des Vorstands blieben gleich: Fortentwicklung des HSC durch eine Aufgeschlossenheit allem Neuen gegenüber. Dies zeigte sich unter anderem auch durch die Gründung einer Gymnastikabteilung, einem weiteren Schritt zum Verein für Breitensport. Schon bald zählte die neue Abteilung 80 Mitglieder mit steigender Tendenz. Niemand hatte damals erwartet, dass Gymnastik einmal eine unserer mitgliederstärkste Abteilung werden würde, mit einer sehr dynamischen Entwicklung. So war der HSC der erste Verein in Hannover, der 1980 Gruppen für Koronarsport einrichtete. Kurse für Wirbelsäulengymnastik und Übungsabende zur Linderung der arteriellen Verschlusserkrankungen kamen hinzu. Namen wie Lotte Volk, Ilse Schulz und natürlich Willi Schramm sind mit dem Wachsen der Abteilung fest verbunden.

Auch die Tischtennisspieler schlossen sich zu einer eigenen Abteilung zusammen. Diese hat heute noch Bestand, nein besser gesagt, ein solch reges Sport- und Gesellschaftsleben, dass mehr als die rund 100 Spielerinnen und Spieler aktiv sein möchten. Nachfrage besteht — aber es fehlen freie Hallenstunden!

Doch bei all den neuen sportlichen Aktivitäten dachte man auch an die Tradition und das gesellschaftliche Sportleben, denn der 75. Geburtstag des Vereins sollte im Laufe des Jahres 1968 würdig begangen werden. Alle Abteilungen stellten sich im Rahmen eigener Veranstaltungen vor. Der nationale Eilenriede-Waldlauf am 25. Februar 1968 war der Auftakt, Handball- und Fußballturniere folgten, ebenso einige Windhundrennen – ja, auch die gab es einmal beim HSC.

Den ersten Höhepunkt des Jubiläumsjahres bildete der Kommers am 21. Juni 1968. Vertreter der Stadt, die Präsidenten des Landessportbundes und des Niedersächsischen Fußballverbandes, Vertreter weiterer Sportverbände, der befreundeten Vereine und andere geladene Gäste nahmen teil. Umrahmt vom Gesang des Quartettvereins „Glocke" wurden die Festreden gehalten. Als Vorsitzender wies Hans Schmidt in seiner Ansprache darauf hin, dass nichts im Leben beständiger sei als der Wechsel und er blickte auf eine wechselvolle Vereinsgeschichte zurück. Schmidt bedauerte, dass der Materialismus im Sport immer mehr auf dem Vormarsch sei und der Idealismus auf dem Rückzug. Man könne zwar das Rad der Geschichte nicht zurückdrehen, aber es komme auf das richtige Maß bei den Veränderungen an.

Über das Thema „Sportvereine in Staat und Gesellschaft" hielt der Ehrenvorsitzende des HSC, Ewald Borgmann, die Festansprache, in der er darauf hinwies, dass in unserer pluralistischen Gesellschaft auch die Sportvereine ihren Platz hätten. Gemeinsam mit anderen Gruppierungen und Gemeinschaften bilden sie einen Teil des Staates. Mitglieder im Sportverein sehen im Sportler nur den Menschen, nicht seinen Titel und sein wirtschaftliches Ansehen, schon gar nicht die konfessionelle oder politische Einstellung. Man sei im Verein ausschließlich der Sportskamerad. Der Ehrenvorsitzende stellte auch die Frage, ob sich die Olympischen Spiele nicht auch immer mehr von den sportlichen Idealen entfernten, hin zur kommerziellen Welt des Berufssports. (Vorausschauende Worte, wenn man bedenkt, dass seit den Spielen 1988 z. B. hoch dotierte Tennisspieler um olympisches Gold kämpfen). Jedoch können und müssen der Berufssport und die Amateure gemeinsam in der Welt des Sports ihren Platz haben. Vehement sprach sich Borgmann gegen eine staatliche Lenkung des Sports aus. Auch politisch beeinflusste Vereine dürfe es nicht geben. Ewald Borgmann schloss mit den Worten: „So haben wir HSCer seit der Gründung des Vereins unsere Aufgabe gesehen, danach gehandelt und gearbeitet. Unser Herz gehört dem HSC; wo unser Herz aber ist, da ist auch unsere Lust, ist auch unsere Freude. Darum ist unser HSC 75 Jahre alt geworden, und er wird älter werden, Jahrzehnte um Jahrzehnte, wenn wir und die uns folgen ihm die Herzen immer wieder schenken." Eine Reihe von Gratulanten würdigte die Arbeit des HSC in ihren Reden und überreichte Präsente. Noch bis tief in die Nacht saßen die HSCer mit ihren Gästen zusammen.

Wenn auch mit diesem Kommers im Juni des Jubiläumsjahrs bereits der eigentliche Höhepunkt erreicht war, setzten Fußballspiele gegen die Vertrags- bzw. Lizenzspielermannschaften von Arminia Hannover und Hannover 96 den „Sportsommer" fort bis hin zum Kinder- und Sommerfest, Leichtathletik-Sportfest und dem „Tag des Hallenhandballs". Sicherlich können hier nicht alle Aktivitäten aufgezählt werden, aber vor dem sportlichen Abschluss des Jubiläumsjahres, dem „Karl-Horre-Gedächtnislauf", sollte der große HSC-Ball im Alten Rathaus der krönende Abschluss der gesellschaftlichen Aktivitäten sein - und er wurde es auch.

Am 5. Oktober 1968 feierte man im Alten Rathaus in festlichem Rahmen bis zum frühen Morgen. Die Musik, der Conferencier und die Tanzeinlagen der Damen unserer Gymnastik-Abteilung, wurden mit herzlichem Applaus bedacht. Frau Heimbucher hatte mit ihren Damen Tänze aus der Zeit der Jahrhundertwende einstudiert. In historischen Kostümen tanzten sie Polka und Rheinländer mit soviel Schwung, dass der Ehrenvorsitzende sich bei jeder Tänzerin mit Blumen bedankte.

In einem weiteren Höhepunkt des Abends wurden verdiente Mitglieder mit goldenen und silbernen Ehrennadeln ausgezeichnet. Ewald Borgmann erhielt aus der Hand des Vorsitzenden für seine überragenden Verdienste um den HSC die goldene Ehrennadel mit Brillanten, eine vorher noch nie vergebene Auszeichnung. Der große Ball des HSC blieb als ein voller Erfolg in Erinnerung.
Im Jubiläumsjahr wurde natürlich nicht nur gefeiert, sondern – wie sollte es anders sein – auch gearbeitet. An dem Clubhaus war ein Anbau für eine Kegelbahn erstellt und am 9. November 1968 eingeweiht worden. Auf diesem Anbau wurde eine Terrasse eingerichtet, die von der Gaststätte zu betreten war. Sie wurde im darauf folgenden Sommer ein Mitgliedermagnet.
Auch die Neuerstellung des B-Platzes zeichnete sich ab. Mit der Erneuerung des C-Platzes sollte nach Anraten der Stadt noch gewartet werden, denn die geplante Kanalverbreiterung würde auf das Gelände der Vereine Germania und HSC Einfluss haben. Wie wir heute wissen, ließ dieser Kanalausbau dann doch noch viele Jahre auf sich warten.

Die Jahreshauptversammlung am 9. Mai 1969 ergab einige Veränderungen im Vorstand. Nach drei Amtsjahren kandidierte Horst Bunge nicht mehr für das Amt des 2. Vorsitzenden, er wurde jedoch erneut zum Pressewart gewählt. Wolfgang Rabe nahm den Platz Bunges ein. Der langjährige Jugendleiter Hans Dix räumte seinen Platz zugunsten des jüngeren Norbert Zahnmesser. Als Beisitzer blieb Dix dem Vorstand erhalten, gemeinsam mit Lotte Volk und Heinz Wellern. Als Schriftwart wurde Rolf Blütling gewählt, der später Gerd Lewek ablösen und lange Jahre Kassenwart werden sollte.

Apropos Kasse, zum 1. Januar 1970 stellte der Verein die Hauskassierung der Beiträge ein. Natürlich vermissten viele Mitglieder den Besuch von Karl Zallmanzig und seinen trockenen Humor, aber durch das zur Pflicht gewordene Überweisen und vor allem einige Jahre später durch das Beitragseinzugsverfahren, standen dem Verein die Einnahmen früher und vollständiger zur Verfügung.

Die Mitgliederzahl des HSC stieg auch durch Gründung neuer Sparten stetig, so dass im Jahr 1972 bereits 1200 Mitglieder im Verein gezählt wurden. In das Clubhaus wurde weiterhin investiert. Ein Geräteraum und eine Garage wurden angebaut und später aufgestockt, um eine komplette Wohnung im Ostflügel entstehen zu lassen. Eine erneut weitsichtige Maßnahme der engsten Vereinsführung, in die am 17. Mai 1974 Horst Bunge als 2. Vorsitzender zurückkehrte. Den vakanten Posten des Schriftführers übernahm Erika Drafehn, Ehefrau des langjährigen Fußballobmanns Hans-Jürgen Drafehn.
1975 erreichten den HSC Grüße aus Fernost: Die Marathonläufer Rolf Brokmeier, Heinrich Hankel und Erich Plaschke nahmen am 25-Kilometer-Lauf in Tokio teil. Drei Weltenbummler in Sachen Laufen und weltweite Werbeträger für den HSC. Noch heute ist Heinrich Hankel bei vielen Lauftreffs aktiv dabei. Ob Berlin-Marathon oder in Hannover, ob Budapest oder in Holland. Eine bewundernswerte Leistung für einen Sportler von über 80 Jahren.

Anlässlich der Jahreshauptversammlung stellte Hans Germer am 25. Mai 1976 den Antrag auf Gründung einer Tennisabteilung, der einstimmig angenommen wurde. Die Abteilung, so die Gründer, sollte nicht dem Leistungstennis dienen, sondern als Ergänzung des Sportprogramms und Begegnung für Sportlerinnen und Sportler aller Sparten. Egal ob Fußballer, Handballer, Mitglieder der Gymnastik- oder der Tischtennisabteilung, alle sollten die Möglichkeit erhalten, den Schläger zu schwingen und sich untereinander kennen zu lernen. Noch heute werden keine Punktspiele — zum Leidwesen einiger weniger— ausgetragen. Das reine Freizeittennis steht nach wie vor im Vordergrund, nicht zuletzt durch das Engagement Achim Dix', der später zehn Jahre lang die Abteilung leiten sollte.

Der überaus beliebte 1. Vorsitzende, Hans Schmidt, kandidierte anlässlich der Jahreshauptversammlung am 24. Mai 1977 nicht mehr für dieses Amt. Seit 1946 war er mit kurzen Unterbrechungen im Vorstand tätig gewesen, davon allein elf Jahre als 1. Vorsitzender. Hans Schmidt ebnete den Weg für Horst Bunge, der keinen leichten Job übernahm. Kaum drei Wochen im Amt stand er vor einer schwierigen Entscheidung: die 1. Herrenmannschaft im Fußball spielte gegen den Abstieg und stellte in dieser Situation Forderungen, die der Vorstand nicht erfüllen konnte und wollte. Zwar kehrten daraufhin 13 Spieler dem Verein den Rücken, jedoch hatte der Vorstand Rückgrat bewiesen Der Abstieg war nach dieser Maßnahme natürlich besiegelt, aber mit einigen neuen Spielern versuchte man durch eine Trainingsgemeinschaft mit der zweiten Mannschaft eine neue Elf aufzubauen.

Zwischenzeitlich spielten so viele Mannschaften Fußball, dass die Plätze immer wieder saniert oder erneuert werden mussten. Als erstes wurde der Tennenplatz aufbereitet, der B- und C-Platz folgten im Jahr 1978. Bei steigenden Mitgliederzahlen dachte der Vorstand auch über eine Kabinenerweiterung nach, die später auch realisiert werden konnte.
Trauer im HSC, als am 4. September 1978 Hans Schmidt, langjähriger Vorsitzender des Vereins, verstarb. Rund 30 Jahre — mit kurzer Unterbrechung — war er im Vorstand seines HSC tätig gewesen, davon zuletzt elf Jahre als 1. Vorsitzender. Schon 1928 trat Hans Schmidt der Spielvereinigung von 1897 bei, einem der Gründervereine des HSC. Nach seiner glücklichen Rückkehr aus dem Krieg, half er tatkräftig beim Aufbau seines Vereins mit und wurde bereits 1946 in den Vorstand gewählt. Hans Schmidt war kein Mann großer Worte, sondern der Tat. Gemäß seinem Leitsatz: „Tue Recht und scheue niemand", war es seine zupackende Art, seine Hartnäckigkeit und das Pflicht- und Verantwortungsbewusstsein, das ihm im Verein viele Freunde machte. Hans Schmidt, eine starke Persönlichkeit voller Energie und Dynamik, hinterließ eine große Lücke - er wird nie vergessen werden.

Im Sommer 1979 konnten dann endlich die renovierten B- und C-Plätze übergeben werden, und die ersten Tennisbälle wurden auf der neuen Anlage geschlagen. Ein weiterer Mosaikstein passte in das Gesamtkonzept des Vereins: die Tennisabteilung als Treffpunkt vieler Aktiver aus den verschiedensten Sparten. Das Vereinsleben bekam einen Schwung und die Treffen und Feste der Tennisabteilung waren sehr gut besucht. Und noch etwas war neu: erstmals wurde ein hauptamtlicher Platzwart eingestellt, insbesondere auch für die Pflege der Tennisplätze, die ihm gleich Kopfzerbrechen bereiteten. Unbekannte trampelten mit Straßenschuhen auf Platz 4 und 5 herum, so dass diese kurz nach der Fertigstellung schon wieder renoviert werden mussten.

Ein großer Mann beging am 26. Oktober 1979 seinen 75. Geburtstag: Ewald Borgmann. Der gebürtige Westfale führte seine robuste Gesundheit und geistige Aktivität nicht zuletzt auf sein Engagement im Sport zurück. Als Fußballer spielte er jahrzehntelang, zuletzt als Außenverteidiger in der Altherrenmannschaft. Schon vor dem zweiten Weltkrieg war der Jubilar als 2. Vorsitzender tätig. Der Wiederaufbau des Vereins ist sein Werk. Als Vorsitzender prägte er 22 Jahre lang die Entwicklung des HSC und ist auch heute als Ehrenvorsitzender mit Rat und Tat zur Stelle. Die goldene Ehrennadel mit Brillanten, die ihm als erstem HSC-Mitglied verliehen wurde, trägt Borgmann fast mit größerem Stolz als sein Bundesverdienstkreuz Erster Klasse.

Im Mai 1980 stellte der 1. Vorsitzende, Horst Bunge, anlässlich der Jahreshauptversammlung fest, dass ein erfolgreiches Jahr hinter dem Verein lag: Die Sportler freuten sich über neue Rasenplätze, eine Tennisanlage mit 5 Plätzen, einen Tartanplatz und einen Kleinfeldplatz. Darüber hinaus stellte die Stadt Hannover Platzpflegegeräte zur Verfügung, die Voraussetzung für ein stets gepflegtes Vereinsgelände. Nachdem auch das letzte private Darlehn für die Kegelbahn abgetragen wurde, ging auch dieser Gebäudeteil in den Vereinsbesitz über. Diese Erfolge ließen die Verantwortlichen jedoch nicht ruhen. Getreu ihrem Motto: Stillstand bedeutet Rückschritt, wurde innerhalb der Gymnastikabteilung eine Gruppe für Koronarsport gegründet. Eine speziell ausgebildete Übungsleiterin, Ilse Schulz, betreibt mit Infarktgeschädigten Sport im Rahmen derer Möglichkeiten. Die Belastung wird vom Kardiologen Dr. Bogenstätter, der bei den gesamten Übungsstunden anwesend ist, kontrolliert. Als erster Verein Hannovers unterbreitete der HSC dieses Angebot und fand schon bald Anerkennung in Fachkreisen, wie Reha-Kliniken, Krankenkassen und Rentenversicherungsträger, die auch einen Teil der Kosten übernehmen. Weitere Vereine in Hannover folgten dieser Idee.
Renovierungsarbeiten und Erneuerungen begleiteten die Jahre 1981/82. Arbeiten wie Verfliesung und Umbau der Toiletten- und Umkleideräume, an Dachrinnen, Fenster, Kassenhäuschen auf dem A-Platz und im Eingangsbereich des Clubhauses standen an. Die Anschaffung von Motormäher und Motorspritzwagen wurden auf den Versammlungen beschlossen und auch der Dauerbrenner Kabinenerweiterungsbau war wieder im Gespräch.

Die Jahreshauptversammlung am 12. Mai 1981 brachte einige neue Mitarbeiter in den Vorstand und die Verabschiedung verdienter Mitstreiter. Stellvertretend für alle sei Lotte Volk erwähnt, die für ihre zehnjährige Mitarbeit im Vorstand vom Vorsitzenden den HSC-Ehrenteller überreicht bekam. Zum neuen 2. Vorsitzenden wählte die Versammlung Hans Dix, den jahrelangen Gesamtjugendleiter.

Mit der zunehmende Größe des Vereins bereitete die Verwaltung immer mehr Arbeit, so dass sie ehrenamtlich kaum noch zu bewältigt war. Dennoch sollte es noch fast zehn Jahre bis zur Einstellung einer Bürokraft dauern. Um wenigstens die Kassenführung zu entlasten, wurden den einzelnen Abteilungen Etats zur Selbstverwaltung zugestanden. So mussten die Abteilungsleiter sich nicht wegen jeder kleinen Anschaffung an den Hauptkassierer wenden, sondern konnten in dem vorgegebenen Rahmen selbst entscheiden.

Nach jahrelanger Tätigkeit trat Rolf Blütling von seinem Amt als Hauptkassierer zurück, die Finanzen verwaltete nun Erika Haunschild, später Detlef Berlau. Für den HSC begann das EDV-Zeitalter. Die Mitgliederverwaltung wurde auf elektronische Verarbeitung umgestellt, erst extern, später dann sogar mit einer eigenen Anlage. Carla Legarth und Hans-Jürgen Rohrbach, sie seien hier stellvertretend genannt, arbeiteten unermüdlich an der Einrichtung des ersten vereinseigenen Computers.
Anlässlich des Niedersachsentages 1983 gab das Niedersächsische Ministerium für Bundesangelegenheiten eine Broschüre heraus, in der ein Porträt unseres Vereins unter dem Titel „Vom Gasometer zum Computer" erschien. Erstmals wurde ein Sportverein in dieser Schrift vorgestellt:
der HSC. Eine Abhandlung, verfasst von Herbert Erben, die es wert ist, hier in Auszügen wiedergegeben zu werden:
„Sie sangen einst, wir sind die Elf vom Gasometer'". Denn über acht Jahrzehnte war der Gasometer das Wahrzeichen des Hannoverschen Sport-Clubs von 1893, der in diesem Jahr das 90jährige Jubiläum seines Bestehens feiert. Eigentlich hätte dieser Gasometer in das Wappen des Vereins gehört, ebenso wie ein großer Berg, der frühere Müllberg der Landeshauptstadt, der ebenfalls zur Nachbarschaft des HSC gehörte. Heute ist das Lied nur noch eine freundliche Erinnerung, der Müllberg schon längst verschwunden und der Gasometer Vergangenheit. Wenn der Verein ein neues Symbol für sein Vereinswappen finden müsste, wäre es jetzt ein schlichter viereckiger Kasten, der — dem Zeitgeist entsprechend — den amerikanisch klingenden Namen Apple trägt und ein Rechner aus dem Bereich der MDV (Mittlere Datenverarbeitung) ist. Der Hannoversche Sport-Club ist der erste niedersächsische Sportverein, der ein solches Elektronengehirn sein Eigen nennt.

Gasometer und Computer — zwei Symbole, die die weite Spanne der 90 Lebensjahre des Hannover-schen Sport-Clubs kennzeichnen. Vereinsleben ist Bewegung, Kommen und Gehen, Wachsen und Vergehen, ist eine Folge von Geschehnissen. Dieser Beitrag beschränkt sich auf Schlaglichter, ohne den Anspruch zu erheben, den Verein in seiner Gesamtheit zu beschreiben...Zu den „feinen Adressen" unter Hannovers Sportvereinen zählt der Hannoversche Sport-Club gewiss nicht. Da müsste man schon Golf, Tennis oder Reiten betreiben, um die Exklusivität der upper-class für sich beanspruchen zu können. Mit Fußball und Handball als leistungssportlichen Aushängeschildern kann niemand eine feine Adresse sein. Um dennoch einen wichtigen Strich dem HSC-Porträt hinzuzufügen, ist wiederum eine Anleihe im außersportlichen Bereich notwendig. Diesmal in der Bankersprache: Der HSC ist zweifellos eine „erste Adresse" im Sport Hannovers und auch ganz Niedersachsens. Solidität ist nämlich das besondere Kennzeichen dieses Vereins, gut für jeden Kredit, nicht nur bei der Bank...

Beim Hannoverschen Sport-Club sind es zwei Namen, die die jüngere Geschichte des HSC geprägt haben und noch prägen: Ewald Borgmann und Horst Bunge. Dem Ehrenvorsitzenden des HSC, Ewald Borgmann, sind seine 78 Jahre nicht anzusehen. In seiner Lebendigkeit, seiner Vitalität und Aktivität wirkt er um 15 Jahre jünger. Auf seinem Rockrevers trägt er eine einzige Nadel, die aber immer: die goldene Vereinsnadel mit drei Brillanten, die nach ihm nur noch sein Mitstreiter und Amtsnachfolger, Hans Schmidt, Vorsitzender von 1967 bis 1976 (verstorben 1978), erhalten hat. Allein schon daraus wird seine fast historisch zu nennende Rolle in der Vereinsgeschichte ersichtlich. Der gebürtige Westfale, der seine Dickschädeligkeit auch heute noch nicht leugnen kann, der immer noch für eine Flasche Korn gut ist, und der es bedauert, dass in den Gaststätten die Bierwärmer abgeschafft worden sind, weil er kein kaltes Bier mag, war 1931 nach Hannover gekommen und zwei Jahre später dem HSC beigetreten. Der chevalereske Inhaber eines Werbe- und Verlagsunternehmens, ein selbstbewusster Mittelständler, war 1938 bereits zweiter Vereinsführer, wie es damals hieß, und übernahm in der schwierigen Nachkriegszeit von 1946 bis 1966 die Führung des Vereins. Am 15. Januar 1946 war nämlich aus der Freien Turnerschaft List und der Spielvereinigung von 1897 der Hannoversche Sport-Club entstanden. 20 Jahre später wurde Borgmann dessen Ehrenpräsident...

Das Pendant zu dem souverän-väterlichen Ehrenpräsidenten ist der 1. Vorsitzende, Horst Bunge. In seiner saloppen Art, mit hoher Stirn und gelichtetem Haar als head-egg dem modernen Managertyp nicht unähnlich, gilt der 51jährige Verlagskaufmann, der in der Firma seines Ziehvaters Borgmann seinen Job erlernt hat, im Verein als der spiritus rector. Die Vereinsmitglieder schätzen ihn wegen seiner Hilfsbereitschaft und seinem Demokratieverständnis.

Obwohl das beide nicht gern hören, besteht zwischen ihm und dem Ehrenpräsidenten ein Vater-Sohn-Verhältnis, geprägt von gegenseitigem Respekt und Achtung, nicht frei von gelegentlichen Meinungsunterschieden und Divergenzen; etwa dann, wenn die Vorstellungen der Vergangenheit mit den Erfordernissen der Gegenwart nicht in Einklang zu bringen sind.
Als gebürtiger Hannoveraner kam Horst Bunge 1945 in den HSC, von einem der Altforderen, Friedel Horre, von der Straße geholt. Er spielte Fußball und wurde bereits 1956 Schriftführer und Pressewart. Über das Amt des 2. Vorsitzenden wurde er 1977 Vorsitzender, nicht in direkter Nachfolge zu Ewald Borgmann, aber die vorgezeichnete Linie einhaltend...

Ehrenamtliche Arbeit geht nicht ohne geeignete Mitarbeiter. Rund 90 Personen sind im HSC im Vorstand, in den Spartenausschüssen, als Betreuer und in anderen Positionen tätig. Der Zeitaufwand ist unterschiedlich, aber 5 bis 20 Stunden sind es bei jedem jede Woche. !m Schnitt macht das in der Woche 900 ehrenamtliche Arbeitsstunden, im Jahr sind es 46.800. Rechnet man jede Stunde mit 15 DM, ergibt dies nichtweniger als 702.000 DM ehrenamtlicher Eigenleistung, die der Verein im Jahr für seine Mitglieder aufbringt...
Horst Bunge dazu: „Das Problem liegt darin, immer die richtigen Mitarbeiter mit der nun einmal notwendigen Zeit zu finden oder — dann als Alternative — für Verwaltung und Organisation hauptamtliche Kräfte einstellen zu müssen. Eine Frage, vor der wir auch schon standen und vielleicht auch wieder einmal stehen werden. Nicht zuletzt deshalb haben wir uns einen eigenen Computer zugelegt, nachdem wir uns bisher eines fremden Rechenzentrums bedient haben. Mit eigenem Rechner können wir den ehrenamtlichen Mitarbeitern die Arbeit erleichtern."

Damit zog moderne Technik in das Clubhaus des HSC ein. Doch sonst ist alles beim alten geblieben. „Die Mentalität unseres Vereins ist seit 1945 unverändert", betont Ehrenpräsident Borgmann. Horst Bunge ergänzt: „Wir haben immer noch eine altdeutsche Satzung, in der das Schwergewicht beim Gesamtverein liegt, wenn auch die einzelnen Sparten seit 2 Jahren über eigene Etats verfügen. Aber die Vereinsführung erfolgt immer noch nach altväterlicher Sitte."

Bunge sagt dies nicht ohne Stolz. Er kann auf die große Anziehungskraft seines Vereins verweisen. Mit über 1700 Mitgliedern ist er der größte Sportverein in Hannovers Osten, doch die Mitglieder kommen aus allen Teilen der Stadt, auch aus dem Landkreis. Vertreten sind alle Bevölkerungsschichten...

Welche sportlichen Erfolge hat denn der HSC aufzuweisen? Sie stehen beim Hannoverschen Sport-Club auf vergilbten Blättern. Sie stammen aus einer Zeit, an die sich kaum jemand noch erinnert. Da gibt es sogar eine deutsche Meisterschaft: 1910 im Rugby — das betrieb man im Verein auch einmal. Das ist verwelkter Lorbeer, ebenso wie die Fußballerfolge zwischen den beiden Weltkriegen. Nach dem Krieg 1939 bis 1945 gab es sogar einen Europameister im HSC — es war ein weiblicher Windhund namens Ashraf von Ramat Khan. Damals liefen auf dem HSC-Platz Windhundrennen, bis man sich freundschaftlich von der Hundeabteilung trennte. Seit 1983 hat der HSC einen Weltrekordler: Rolf Brockmeyer (60) absolvierte seinen 207. Marathonlauf. Der bisherige Rekordinhaber, ein Amerikaner, hatte es auf 197 Läufe gebracht. Doch dies reicht nur für das „Guiness-Buch der Rekorde.
Nicht die sportlichen Erfolge machen den Hannoverschen Sport-Club so attraktiv, sondern ein vielfältiges Sportangebot und die Atmosphäre, die er seinen Mitgliedern bietet. Man spürt sie, wenn man die Räume des Clubhauses betritt, mit den Mitgliedern spricht, den Gesprächen der „alten Herren" lauscht. Da erzählt beispielsweise der Ehrenpräsident eine Story aus dem Jahre 1951, als Kassenwart Gerd Lewek, von Natur nicht gerade groß geraten, mit der Einnahme aus dem Lokalderby gegen Arminia (5000 Zuschauer) flugs über den Zaun entwischte, da der Gerichtsvollzieher unerwartet, weil unberechtigt, nahte. Dem Lachen der Zuhörer ist zu entnehmen, dass sich die Menschen hier wohl fühlen, weil, so Ewald Borgmann, „wir neben dem Sport noch ein gutes geselliges Leben bieten." Das macht den Hannoverschen Sport-Club aus. Er wurde hier nicht beschrieben, weil er 90 Jahre alt wird, sondern weil er recht typisch ist für die
55.000 Vereine im Deutschen Sportbund. Und so atypisch für das Bild, das sich viele Menschen in unserem Land von einem Sportverein machen."
Zu Recht wurde dieser Artikel am schwarzen Brett des Vereinshauses den Mitgliedern zugänglich gemacht. Unser Verein war sehr zutreffend charakterisiert worden und die Herausstellung des HSC als Sportverein mit Perspektive machte uns stolz.

Am 27. Februar 1984 vollendete ein Urgestein des HSC, Karl Zallmanzig, das 80. Lebensjahr. Tagtäglich rollt Karl noch mit dem Fahrrad auf das Vereinsgelände, um „nach dem Rechten" zu sehen. Auch wenn sein Einsatz als Hauskassierer nach zehn Jahren Hausbesuchen bei den Mitgliedern durch Beitragseinzug entbehrlich wurde, kann er ohne seinen Verein und die Fußballer nicht sein. Lang genug ist er diesem Sport verbunden: 1918 begann Zallmanzig mit dem Fußballspiel im Verein. Als Torwart wurde er bereits 1920 in die Stadtauswahl berufen, später sogar in die norddeutsche Auswahl im Spiel gegen Holland. Noch heute erinnert sich das älteste Vereinsmitglied an viele sportliche Ereignisse und erzählt gern darüber mit seinem trockenen Humor. Den Ehrenvorsitzenden des Vereins, Ewald Borgmann, nannte er mit breitem Lächeln „du jungen Bengel“, weil der immerhin acht Monate jünger war.

Eine neue Problematik beschäftigte die Verantwortlichen im HSC: Des Öfteren schon hatten Eltern von Jugendlichen beklagt, dass die Kinder mehr an den Sport als an die Hausaufgaben dachten, so dass die Schulnoten litten. Dies veranlasste Fußballmanager Dieter Kühl und Clubwirt Harry Rother, eine Nachhilfegruppe zu gründen. Als „Lehrer" wurden Gymnasiasten der letzten Jahrgänge engagiert, die jungen Sportler/innen bei Defiziten in der Schule halfen. Der neue Pressewart des Vereins, Hans-Jürgen Bahr, leitete dieses bis dahin einmalige Projekt.

Am 26. Oktober 1984 beging der Ehrenvorsitzende, Ewald Borgmann, seinen 80. Geburtstag. Wer, wie der Jubilar, seit 52 Jahren Geschäftsführer der O. F. Tischbein-Werbung in Hannover war, wer 15 Jahre lang Präsident und später Ehrenpräsident des „Verbands Deutscher Werbeagenturen" und 23 Jahre als Mitglied des Präsidialrates und Präsidiums des „Zentralausschusses der Werbewirtschaft" tätig und als Mitbegründer der Werbefachschule Hannover, deren Dozent und späterer langjähriger Kuratoriumsvorsitzender er war, aber sich auch als Handelsrichter beim Landgericht Hannover Ansehen erwarb, kann auf eine illustre Gästeschar schauen. Seine Verdienste waren schon 1969 mit dem Bundesverdienstkreuz Erster Klasse gewürdigt worden.
Im Jahr 1985 gründeten sich im HSC zwei neue Abteilungen: Basketball und Boule-Petanque. Während die Basketballer mit einer kompletten Mannschaft zum HSC kamen und sportliche Erfolge in Serie feierten, musste sich die Sparte Boule-Petanque erst aufbauen. Schnell fand das bocciaähnliche Spiel Freunde und schon bald hörten wir von fast unglaublichen Erfolgen. Am 30./31. Mai 1987 fanden auf der Anlage des HSC die Deutschen Meisterschaften der Petanquer im Einzel für Damen und Herren statt. Wolfgang Giese, ein HSCer seit Kindesbeinen, nutzte den Platzvorteil und gelangte mit glatten Siegen ins Finale. Dort sah es anfänglich bei einem 2:10-Rückstand nicht gut aus, aber wer „Wolle" kennt, weiß, dass er kämpfen kann. Die besseren Nerven gaben den Ausschlag. Hans Brenke, von Eintracht Hannover, gab Punkt um Punkt ab und musste Giese den Sieg mit 13:11 überlassen. Ein HSCer war Deutscher Meister, Oberbürgermeister Herbert Schmalstieg gratulierte schriftlich und ehrte ihn anlässlich des Ball des Sports.

Nach 30 Jahren Vereinsarbeit, davon zehn Jahre als erster Vorsitzender, kandidierte Horst Bunge am 10. Mai 1987 nicht mehr für den Vorsitz. Nach einer von Ewald Borgmann gehaltenen Laudatio dankte die Jahreshauptversammlung Bunge mit minutenlangem Applaus für die geleistete Arbeit, exakt 158 Vereinsmitglieder feierten Bunge mit standing ovationes.

Während seiner Amtszeit führte Horst Bunge den Verein in eine neue Zeit ohne jedem Trend gleich nachzulaufen. Überhöhte Prämien im Amateurfußball lehnte er ab, auch wenn dadurch fast eine komplette Mannschaft 1977 abwanderte (der Vorgang ist in der Chronik erwähnt). Gleichwohl war er offen für den Einstieg in die EDV und stellte das Geld dafür zur Verfügung. Einerseits wahrte er die Tradition im HSC, andererseits schnitt er auch überflüssige Zöpfe ab. Bunge verkörperte die Seriosität, die den Namen des HSC zur Reihe der angesehenen Vereine zählen lässt. Gern sprach er von einer kaufmännisch korrekten Wirtschaftspolitik, wenn Eiferer nach überzogenen Investitionen riefen. Oberbürgermeister Herbert Schmalstieg prägte den Begriff der „Bunge-Philosophie", als er hervorhob, dass der HSC sich zum Breitensport mit der Öffnung zur Leistung in Fußball und Handball bekannte und nicht, wie ein Nachbarverein, den Erfolg um jeden Preis und mit jedem finanziellen Einsatz, suchte.

„Wir können Horst Bunge gar nicht danken, was er für den Verein geleistet hat. Er hat den großen Ruf und das gute Ansehen, das der Verein nicht nur in Hannover genießt, nicht nur mit aufgebaut, sondern vermehrt." Mit diesen Worten überreichte der Ehrenvorsitzende Ewald Borgmann dem scheidenden Vorsitzenden die goldene Ehrennadel mit Brillanten.
Zum neuen Vorsitzenden wurde Hans-Jürgen Bahr, der bisherige Pressewart, gewählt. Er präsentierte nach seiner Antrittsrede neue Gesichter zur Wahl in den Vorstand, so z. B. Klaus Reinhardt als 1. Kassenwart und Wolfgang Sievers als Pressewart. Bahr versprach in seiner Antrittsrede: „die Tradition zu wahren, Probleme anzupacken und Neues zu gestalten“.

Ein Jahr später wurde die lange geplante Kabinenerweiterung in Angriff genommen. Drei neue Kabinen mit Sanitärbereich und ein Multifunktionsraum sollten als Anbau entstehen. Auch wenn während der Bauzeit einige Hindernisse zu überwinden waren, so verschwand der Architekt – ein Vereinsmitglied – ohne jemals wieder aufzutauchen, der Bau wurde doch vollendet und brachte viel Entspannung in die Kabinenbelegung.
Die Jahreshauptversammlung vom 17. Mai 1988 beschloss auf Vorschlag des Vorstands, das Geschäftsjahr, das bisher nicht mit dem Kalenderjahr identisch war, diesem anzugleichen. Die Regelung sollte eine große Erleichterung für die EDV-Buchführung erbringen. Nach einem „Kurzjahr" begann mit dem 1. Januar 1989 das neue Geschäftsjahr.

Im September 1988 präsentierten sich die HSC-Vereinsnachrichten im neuen Gewand. William Brand gestaltete das neue „Gesicht" in Zusammenarbeit mit Dieter Nordmann und Pressewart Wolfgang Sievers. Auch wurde das Blatt nunmehr in München bei einem Verlag erstellt, der sich auf den Druck von Vereinszeitungen spezialisiert und dadurch günstiger produzieren konnte.
Durch die beschlossene Anpassung des Geschäftsjahrs an das Kalenderjahr, wurde 1989 erstmals eine Jahreshauptversammlung im Februar durchgeführt. Stolz konnte berichtet werden, dass der Verein mehr als 1.800 Mitglieder zählte. Der Kabinenerweiterungsbau war fertig gestellt worden und eine Neueindeckung der Terrasse vorgesehen, da der alte Belag zu viel Regenwasser ins Mauerwerk sickern ließ. Maßnahmen, die zum Erhalt und Wertsteigerung unserer Immobilie dienten. Auch im Vorstand gab es etwas Neues, Gesamtjugendleiter Helmut Sobek übergab sein Amt an Hansi Lubitz.
Am 18. Juni 1989 war der HSC im Fernsehen zu bewundern. Die 1. F-Jugend wurde im Fußball mit 34:2 Punkten und 171!:8 Toren Staffelmeister. Der Sender RTL strahlte über diese Ausnahmemannschaft einen Bericht aus. Eine „Pampas“-Truppe schaffte den Sprung vom Spielfeld in die Öffentlichkeit.
Da wollten die Handballer nicht zurückstehen. Die Arbeit des Trainers der 1. Herrenmannschaft, Dieter Gräfe, zahlte sich aus. Der Aufstieg in die Verbandsliga wurde erreicht und wie wir heute wissen, später auch der Sprung in die Oberliga. Das schier unerschöpfliche Handballwissen und das psychologische Gespür zeichnen diesen Trainerfuchs aus. Bei einem Besuch in Brasilien, der Heimat des damaligen Torwarts, wurde die Mannschaft in den Medien derart herausgestellt, dass das regionale Fernsehen die Spiele des HSC übertrug. „Handballpräsidente“ Mante Kamrath gab Interviews am laufenden Band.

Eine Revolution mit den Füßen veränderte Deutschland und führte zum Fall der Mauer. Hannover freute sich auf den Besuch von Sportlern aus der Partnerstadt Leipzig. Wie selbstverständlich nahm der HSC 80 Sportler, die größte Gruppe in Hannover, auf und knüpfte neue Sportverbindungen. Besonders die Tischtennis- und Fußballabteilung bemühten sich um neue Sportfreundschaften.

Schon lange hatte man von der größer werdenden Belastung in der Verwaltung des Vereins gesprochen, und im Januar 1990 war es endlich so weit: erstmals wurde eine bezahlte Bürokraft in Teilzeit eingestellt. Die Wahl fiel auf Ute Wüstner aus der Tischtennisabteilung, die sich schnell einarbeitete und schon bald aus dem Geschäftszimmer nicht mehr wegzudenken war.
Den äußeren Eindruck des Vereins verbesserte ein neuer Zaun. Er schützt nun das Gelände des A-Platzes wirkungsvoll. Gleichzeitig wurde der Eingangsbereich aufgewertet und ein neues Kassenhäuschen erbaut. Die großen Kastanien hatten die alten Häuschen in eine gefährliche Schieflage gebracht.

Am 3. November 1990 konnte das zehnjährige Bestehen der Koronargruppen festlich begangen werden. Oberbürgermeister Schmalstieg, Dr. Bogenstätter und der 1. Vorsitzende, Hans-Jürgen Bahr, dankten den Verantwortlichen, an erster Stelle Ilse Schulz.

Das Jahr 1990 sah die HSC-Mitglieder im Fußballfieber, denn die 1. Herrenmannschaft stieg in die Landesliga auf: Sicherlich auch ein Verdienst von Trainer Günter Weis, einem Mann mit absolutem Fußball-Fachverstand und einem ausgeprägten Hang zur Disziplin. Wer einmal die Mannschaft zu einem Auswärtsspiel begleitet hat, der weiß, mit welcher Akribie der Trainer alles plant.

Die Vahrenwalder Schachfreunde hatten ihr Domizil durch einen Brand im Freizeitheim verloren und schlossen sich im September 1990 dem HSC an. Doch für Begegnungen in der Schach-Bundesliga stellte sich das Clubhaus und die weiteren Räume als nicht so geeignet heraus, es war einfach zu lebhaft im Haus. So zogen die Schachfreunde leider bald weiter.

Die Jahreshauptversammlung am 19. Februar 1991 verlief nicht wie gewohnt. Wegen nicht vollständiger Buchungen konnte kein Kassenbericht vorgelegt werden. Dem Vorstand wurde die Entlastung nicht erteilt. Davon völlig unabhängig kandidierte Hans Dix nicht mehr als 2. Vorsitzender, Wolfgang Tickwe wurde zum Nachfolger gewählt, und Klaus Reinhardt übergab die Kassengeschäfte an Harald Lindenmann. Am 14. Mai 1991 wurde in einer außerordentlichen Mitgliederversammlung dann ein vollständiger Kassenbericht vorgelegt und dem Vorstand durch die Mitgliederversammlung Entlastung erteilt.

Im Rahmen einer Arbeitsbeschaffungsmaßnahme arbeiteten Männer im Auftrag der Stadt Hannover kostenlos an der Platzanlage. Die Kräfte pflasterten den Eingangsbereich des A-Platzes, gestalteten dort die Stehtraversen neu, stellten Bänke auf und pflanzten Bäume und Sträucher. Ein Petanque-Platz wurde erstellt und der Parkplatz saniert. Auch neue Fahrradständer spendierte die Verwaltung.

Anlässlich der Jahreshauptversammlung vom 11. Februar 1992 wurde vom Vorstand Horst Bunge, der langjährige 1. Vorsitzende, zum Ehrenmitglied vorgeschlagen und von der Versammlung gewählt. Ein weiteres Zeichen des Dankes für einen großen Mann im HSC.

Haushaltskürzungen bei der Stadtverwaltung Hannover wirkten sich bereits seit Jahren auf die Sportvereine aus. Die Kürzungen der Zuschüsse brachte viele Vereine der Stadt finanziell derart in Bedrängnis, dass die Beiträge erhöht werden mussten. Der HSC konnte noch auf eine solch unpopuläre Maßnahme verzichten, geriet jedoch ebenfalls unter finanziellen Druck. Insbesondere durch die geplante Erhöhung der Hallenmieten würden Engpässe zu erwarten sein.

Die Sportler und Funktionäre reagierten dann im Jahr 1992 und folgten dem Aufruf des Stadtsportbunds zum Boykott der traditionellen Maschsee-Staffel. Die Stadt sollte einen Denkzettel erhalten. Um weiteren Druck auszuüben, zogen Sportlerinnen und Sportler am 12. September 1992 von mehreren Treffpunkten aus in einem Sternmarsch zum Opernplatz. In einer Kundgebung mit Rahmenprogramm konkretisierten Vereine und Stadtsportbund nochmals ihre Standpunkte und dieses Mal mit Erfolg: die geplanten Erhöhungen der Hallenmieten wurden vorerst zurück gestellt.

Die Mitgliedsvereine im Stadtsportbund nahmen diese Stimmung in der Sportstadt Hannover zum Anlass noch enger zusammenrücken. Am Stadtsporttag wurde beschlossen, den Stadtsportbund Hannover als Verein eintragen zu lassen um die juristische Stellung zu stärken. Mit seiner Unterschrift machte der 1. Vorsitzende, Hans-Jürgen Bahr, den HSC zu einem der Gründungsvereine des Stadtsportbundes e. V. Bahr wurde in den neu gebildeten Hauptausschuss des Sportbundes gewählt. Da Horst Bunge bereits 2. Vorsitzender des Stadtsportbundes war, wurde der HSC stark vertreten.

Ende des Jahres 1992 erreichte den HSC eine schlechte Nachricht: Die Stadt Hannover plante, den A-Platz des Vereins zu Bauland zu erklären. Eine große Versicherung hatte Interesse am Bau eines Verwaltungsgebäude bekundet und war bereit, einen siebenstelligen Betrag für das Grundstück zu zahlen. Die Empörung in der Mitgliedschaft war groß, insbesondere bei den Älteren, die noch selbst beim Aufbau oder beim Erhalt der Platzanlage mitgeholfen hatten. Dem Vereinsvorstand war die schwere Aufgabe zugefallen, die teils emotional vorgetragenen Standpunkte der HSCer in einen tragbaren Konsens mit den Interessen der Stadt zu bringen. Lange Gespräche mit Verwaltung, Politikern und Vertretern des Sports wurden nötig. Die Stadtverwaltung räumte schließlich ein, ohne die Mitsprache des Vorstands keine Entscheidung zu treffen. Heftige Diskussionen wurden vor dem Bezirksrat und dem Rat der Stadt Hannover geführt. Auch wenn bei den öffentlichen Sitzungen manch heftiger Kommentar laut wurde, verliefen die Gespräche im kleinen Kreis zwischen der Stadtverwaltung und dem Vorstand stets fair. Nach langen Verhandlungen sagte die Stadt zu, Ausgleichsflächen zur Verfügung zu stellen. Das Ergebnis wird die Zukunft zeigen.

Das Jubiläumsjahr brach an und brachte Veränderungen mit sich: Anlässlich der JHV am 16. Februar 1993 kandidierte Wolfgang Sievers nach sechs Jahren nicht mehr als Pressewart. Schweren Herzens wurde Sievers vom Vorstand verabschiedet, hatte er doch durch seine kritische, aber immer konstruktiv denkende Art die Geschäfte des Vorstands entscheidend mitbestimmt. Auch wenn einige Vereinsmitglieder seinen Abschiedsartikel in der Vereinszeitung als „späte Abrechnung" empfanden, trennte sich der Vorstand nur ungern von einem gradlinigen, oft mahnenden Pressewart, dessen Fleiß und Engagement manchmal verkannt wurde.

Lange Monate der Vorbereitung für die Feier anlässlich des 100jährigen Geburtstags sind vorbei. Bei Erscheinen dieser Jubiläumsschrift sind bereits Turniere und Begegnungen „über die Bühne" gegangen. Hoffentlich mit viel Spaß und Fairness im Sport. Aber für diese Bühne im HSC ist seit über zehn Jahren ein Mann verantwortlich: Friedrich-Albert Beyer, Technischer Leiter. Konnten sich seine Vorgänger noch auf die Aktivitäten der „Rentnerband" verlassen, so kommt dem Amt heute ein weitaus größerer Stellenwert zu. Albert Beyer hatte sich durch Fortbildung und Engagement ein Fachwissen erworben, das ihn auszeichnet. Selbst Neider sprachen von „Alberts Golfrasen".

Liebe Leserin, lieber Leser, gemeinsam wollen wir nun den 100. Geburtstag des HSC begehen. Sie haben mit mir in die einhundertjährige Geschichte des Vereins geschaut. Wir haben von einen HSC gelesen, der nach der Phase der Neugründung im Winter 1945 kontinuierlich gewachsen ist und von Mitliedern erfahren, die einen Großteil ihrer Freizeit dem Verein gewidmet haben. Wir haben gelesen von einer Entwicklung, die bei aller Wahrung der Tradition stets den Wandel und auch die wechselnden Bedürfnisse der Mitgliedschaft berücksichtigt hat.

Der Hannoversche Sport-Club von 1893 e. V. ist auch in seinem Jubiläumsjahr auf einem guten Weg und wird in einer sich laufend verändernden Sportwelt seinen Platz behaupten. Allen Mitgliedern und Freunden des Vereins wünsche ich eine gelungene „Geburtstagsfeier“ und für die Zukunft viel Glück.

Hans-Jürgen Bahr